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Was glitzert denn da im Kirschbaum?

Heute möchte ich euch mal die Geschichte eines Produktes näher bringen, was ihr alle kennt und nutzt – oder auch genutzt habt. Denn besagter Gegenstand ist mittlerweile in die Jahre gekommen, wenn er nicht bereits sogar seinen Lebensabend erreicht hat. Den verbringt er dann nicht selten in Kirschbäumen, zweckentfremdet, als Wunderwaffe gegen Krähen. Die Rede ist von der Compact Disc – kurz CD.

Vor 4 Jahren feierte sie ihren 30. Geburtstag. So richtig freuen kann sie sich darüber allerdings nicht, denn die Musikindustrie erwirtschaftet heute nur noch knapp ein Drittel ihres Umsatzes mit ihr. Heutzutage ist alles online und alles digital. Musik wird „gestreamt“ und statt über den CD-Player über Online-Dienste abgespielt.

Nichts ist eben für die Ewigkeit und das dürfte auch die Lebensdauer der Wunderscheibe betreffen. Wurde sie damals vor über 30 Jahren von ihren Erfindern – den Elektronikkonzernen Philips und Sony – als „unzerstörbar“ beworben, weiß man heute: die ersten Exemplare werden schon bald ihren Dienst quittieren.

Das Problem ist nämlich, dass die vormals verwendeten Lacke an der Aluminiumbeschichtung der CD nagen, was dazu führt, dass der Laser, der die kleinen Vertiefungen auf ihr abtastet, sie irgendwann nicht mehr richtig lesen kann.

Doch die Verteilung von Daten über das Internet bzw. die Cloud ist heutzutage nicht nur effektiver, sondern auch umweltfreundlicher. Das für die Herstellung von CDs benötigte Polycarbonat ist ein recht teurer Kunststoff und seine Herstellung ist dementsprechend mit hohem Energieaufwand verbunden. Somit werden wohl viele CDs ihren Lebensabend in einem Kirschbaum dahin fristen müssen.